Geschichte der Ringe

In Zeiten von Portemonnaie und EC-Karte kann man Niemandem mehr ansehen, wieviel Geld er bei sich trägt. In Zeiten vor den Münzen trugen die Menschen ihr Geld teilweise an den Händen. Ringe wurden als Zahlungsmittel genutzt. Noch im Mittelalter galt der Ring als verlässlicher Indikator für materiellen Reichtum seines Trägers.
Im alten Rom zeigten Ringe die gesellschaftliche Stellung des Trägers an. Die Sklaven trugen einen Eisenring, die Freigeborenen kennzeichneten sich mit Goldringen.

Der römische Vorläufer einer Kombination aus elektronischem Personalausweis und Kreditkarte war der Siegelring. Ihn durften nur Senatoren tragen, später auch Ritter und Freigeborene. Im Laufe Zeiten ist der Ring zum Schmuckstück geworden. Als zeremoniellen Ring kennen wir ihn noch heute – den Ehering. Er wird als goldener Ring schon seit dem 16. Jahrhundert getragen. Er ist Zeichen der Verbundenheit.
Als Schmuckring setzte sich der Ring seit der Bronzezeit durch. In Mitteleuropa dient der Ring damit seit rund 3500 Jahren der Erhöhung der Attraktivität seines Trägers oder seiner Trägerin. Ringe an Nase, Brustwarze und anderen Stellen, die wir heute als Piercing bezeichnen, haben neben der Schmuckfunktion in einigen Völkern noch heute schwerwiegende Bedeutungen. Von der Stammeskennzeichnung bis zum Wert einer Frau. So muss für Frauen aus einigen afrikanischen Völkern nach Größe ihres Piercings bezahlt werden.
Während der Weltwirtschaftskrise in den 1930iger Jahren kam dem Materialwert des Ringes wieder eine größere Bedeutung zu. So konnte ein Ring aus wertvollem Material der solide Grundstein für einen Neuanfang im Ausland sein.
Die ältesten bisher gefundenen Ringe sind über 21000 Jahre alt.